Indiens heiliges Motorrad (Bullet Baba)

In Indien gibt es einfach viele Kuriositäten. Immer wenn ich gedacht habe, dass es doch jetzt für uns nicht fremder, nicht kurioser werden kann, dann kam immer noch etwas, was unserem Glauben und unserer Anschauung noch entfertnter war: Nach dem Rattentempel und dem Kuhkrankenhaus folgte (hier kleinen Trommelwirbel einfügen) – das heilige Motorrad! Tadaaa!

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Aber was ist passiert, dass für viele Inder diesem 350 CC Royal Enfield Motorrad ihren Respekt zollen und es wie eine Gottheit verehren? Bei meiner Recherche für diesen Beitrag bin ich auf viele Versionen der Geschichte getroffen, unser Guide hat uns folgende Geschichte dazu erzählt: Am 02.12.1991 fuhr Om Banna, der Sohn eines ansässigen wohlhabenden Mannes, mit seinem Motorrad auf dem National Highway 62. Plötzlich verlor er die Kontrolle über sein Motorrad und fuhr gegen einen Baum – Om Banna verstarb sofort. Dies ereignete sich mehr oder weniger genau an der Stelle, an welcher heute der Om Banna Tempel oder auch Bullet Baba steht. Soweit so gut – aber das alleine reicht noch nicht ganz aus, um eine solche Euphorie für ein Fahrzeug auszuüben, oder? Nicht ganz: Die örtliche Polizei hat nach dem Unfall das Motorrad beschlagnahmt und in Verwahrung genommen. Am nächsten Tag war das Gefährt allerdings spurlos verschwunden. Als sich die Beamten auf die Suche machten entdeckten sie es an dem Ort, an welchem der Unfall geschehen war. Die Beamten beschlagnahmten es erneut, entleerten seinen Tank und schlossen es ein. Am nächsten Tag war es allerdings wieder verschwunden und stand an der Unfallstelle – fortan glauben viele Hindus, dass das Motorrad von selbst, bzw. vom Geist Om Bannas, zurück gefahren sei. Um diesem Wunder zu gedenken, haben sie einen kleinen Tempel gebaut und besagtes Motorrad in einem Glaskasten eingeschlossen.

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Viele Inder kommen hierher zum beten – auch unser Guide hat es sich nicht nehmen lassen hier eine kurze Gedenkpause einzulegen. Auch wenn man selbst an diese Geschichte nicht glaubt ist es sehr interessant anzusehen, wie sehr es die Menschen hier berührt und bewegt. Natürlich ist damit auch wieder viel Kommerz verbunden: An einem dutzend Stände gibt es Essen, Blumen und andere Opfergaben, sowie Bilder des verstorbenen Om Banna zu kaufen und viele Händer lassen es sich nicht nehmen einem ohne Unterlass Ketten gegen den Einfluss böser Geister verkaufen zu wollen, die man an vielem Bussen und LKW’s auf den Straßen Rajastahns sieht.

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Fahrt also lieber weiterhin vorsichtig (vor allem auf indischen Straßen) und legt doch eine kurze Pause beim heiligen Motorrad ein, falls ihr in der Nähe sein solltet (es bietet sich vor allem an, wenn man von Jodhpur nach Udaipur fährt, oder andersherum. Der Schrein befindet sich rund 50 km von Jodhpur entfernt). Es heißt, die Reisenden, die nicht am Om Banna Tempel anhalten, befinden sich auf einer gefährlichen Reise.

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3 Kommentare zu „Indiens heiliges Motorrad (Bullet Baba)

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